Ausblick auf Marktsaison und Wiesenjubiläum

Zunächst wünschen wir allen ein gesundes, neues Jahr 2021.

Aber bevor wir den Blick nach vorne richten, sei noch ein Blick zurück erlaubt. Die Totalausfälle aller Veranstaltungen im letzten Jahr haben dazu geführt, dass unsere Systeme komplett heruntergefahren wurden. Dabei wurde auch Kurzarbeit in Anspruch genommen, um nicht auf allen Kosten unverschuldet sitzenzubleiben. Leider waren öffentlich-rechtliche Unternehmen, wie wir das sind, von weiteren Unterstützungsprogrammen ausgegrenzt (warum auch immer?), und die wenigsten haben Städte in der Hinterhand, die das auch noch schultern können. Lediglich ab den Novemberhilfen dürfen auch wir Anträge stellen. Nun arbeiten wir in einer Veranstaltungsbranche, die in solchen veranstaltungsfreien Monaten erstmal in Vorleistung geht und diese „Vorschüsse“ sich erst in den Veranstaltungsmonaten auszahlen! Also unterm Strich werden wir wohl auf diesen Kosten sitzen bleiben. Zum Glück haben wir in den letzten Jahren recht gut gewirtschaftet und können diese Belastungen mit Rücklagen finanzieren. Natürlich waren die Rücklagen für etwas anderes gedacht, was nun aber warten muss. Jetzt haben wir das System wieder hochgefahren, werden uns konsequent von „Ballast“ trennen und nicht alle Arbeitsplätze wiederbesetzen.

Nun richten wir den Blick nach vorn. Ein Wiesenmarkt in unserer Größenordnung und wie wir ihn kennen, benötigt ein Jahr und eine Frühlingswiese ein halbes Jahr an Vorbereitungen. Demzufolge mussten wir längst mit den Vorbereitungen beginnen und steuern auch alle geplanten Veranstaltungen 2021 an. Dazu aber später mehr.

Derzeit hat der Wochenmarkt unter Pandemiebedingungen begonnen. Was bedeutet, dass nur Händler mit „Grünen Produkten“ zugelassen werden können. Wir gehen davon aus, dass mit der Zeit hier auch „Normalität“ einziehen wird. Im Übrigen haben wir in der Vergangenheit in den Monaten Januar und Februar, aufgrund der Witterung, sowieso nur mit einem kleinen Markt gearbeitet. Es folgen die Blumen- und Pflanzenmärkte am 24. April und 08. Mai.

Die Frühlingswiese ist im Vergnügungsbereich bereits ausgebucht und so gut wie alle Verträge sind unter Dach und Fach. Soviel sei schon verraten, es wird das beste Angebot geben seit Bestehen der Frühlingswiese. Neben den bekannten und bewährten Geschäften können einige Neuheiten bestaunt werden. So unter anderem ein neues und höheres Riesenrad, eine neue Achterbahn, eine neue Belustigungsanlage und das Kultgeschäft „Voodoo Jumper“! Ich muss ganz ehrlich gestehen, erwarten konnte man solch ein Angebot nicht nach dieser Pandemie, aber die Frühlingswiese zeigt dadurch, was mittlerweile an Attraktivität und Qualität in ihr steckt. Die Gewerbeschau „Reforma“, die zeitgleich mit der Frühlingswiese stattfindet, befindet sich in einer intensiven Akquise-Phase.

Im Sommer ist dann ein großes Festival auf dem Wiesengelände vom 23. – 25.07.2021 von einem privaten Anbieter geplant, und am 31. Juli steuern wir wieder unseren großen Innenstadt-Flohmarkt an.

Zum Jahresausklang ist am 06. und 07. November der Mittelaltermarkt „Luthers Geburtstag“ geplant, bevor der Weihnachtsmarkt vom 04. bis 19. Dezember, inklusive Advent in Luthers Höfen am 11. Dezember, die Weihnachtszeit und das nahende Jahresende einläutet.

Nun aber wie versprochen zum Jahreshöhepunkt schlechthin, dem Eisleber Wiesenmarkt, der zudem in diesem Jahr seinen 500. Jahrestag vom 17. bis 20.09. und 24. bis 26.09.2021 (Kleine Wiese) begeht.

Nachdem wir Ende September vergangenen Jahres das Motiv des Jubiläumsjahres präsentiert haben, ist es nun an der Zeit, einen Einblick zu geben, was wir im Rahmen dieser Würdigung vorhaben:
Der Eisleber Wiesenmarkt findet auf einer Fläche von 80.000 m² statt und erstreckt sich vom Stadtzentrum am Plan über die Lindenallee (Händlerstraße) bis zum Wiesengelände (Schausteller). Bei der Bebauung dieser Fläche entsteht eine Vergnügungsmeile mit einer Gesamtlänge von 4 Kilometern, die in der Vergangenheit von rund 500.000 Besuchern besucht wurde.

 An diesem bewährten Konzept werden wir weiterhin festhalten. Es hat die Wiese zu dem gemacht, was sie heute ist. Die konstante Erfolgsquote in der Vergangenheit gibt uns keinen Anlass, daran im Ansatz etwas zu ändern.
Wir haben diese Veranstaltung bundesweit ausgeschrieben und sind dabei, nach den Grundsätzen unserer Vergaberichtlinien aus dem, was sich bewirbt, Standplätze zu vergeben. Natürlich hoffen wir, dass die aktuelle Pandemie in der Schausteller- und Händlerbranche noch genügend Geschäfte zur Auswahl überstehen lässt! Ich bin der festen Überzeugung, dass wir auch im Jubiläumsjahr so ziemlich das Beste vom Besten unseren Besuchern bieten werden können.

Aus den bisherigen Gesprächen, Rücksprachen und Absprachen ist festzuhalten, dass eine Würdigung des Jubiläums auch in allen Veranstaltungsteilen, von der Eröffnung, dem Fest- und Schützenumzug bis hin zum Bauernmarkt, dem Ballonglühen oder sogar wieder einem Ballontreffen und dem großen Feuerwerk erfolgt. Hierfür sind die einzelnen Veranstaltungsteile selber verantwortlich, was jedoch zum heutigen Zeitpunkt noch nicht feststehen kann.

Auch wird unser Maskottchen „Wiesi“ ein neues Paradekostüm erhalten und neue Souvenirartikel sollen produziert werden.

Darüber hinaus wird der Eigenbetrieb Märkte vom 17. bis 20.09.2021 noch zusätzlich die Fläche vom Marktplatz bis zum Plan bespielen und belegen (ca. 7.000 m²). Hierbei sollten aber keine Betriebe zum Einsatz kommen, die bereits in der Lindenallee oder auf dem Wiesengelände platziert werden. Hier planen wir einen Jahrmarkt von anno dazumal, der unsere Besucher in Wiesenerinnerungen längst vergangener Zeiten bringt, mit historischen Geschäften, Hochseilartisten, einer Schaubudenparade von Gauklern, Zauberern, Wahrsagern, Jongleuren usw., oder sogar den legendären „Eisbären“ als Fotomotiv. Auch möchten wir ansässige Gastronomen dafür gewinnen, in einer würdigen Form sich an diesem Veranstaltungsbereich zu beteiligen. Zudem sollten die Geschäfte der Innenstadt über alle Tage geöffnet sein. Damit wird die Innenstadt in die „Wiese“ mit einbezogen. Vielleicht ist das auch etwas für die Zukunft und man könnte so auch die Innenstadt bei dieser Veranstaltung noch stärker etablieren und damit nachhaltiger operieren.

Zur Unterstützung dieses Jubiläums wird die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit/ Kultur für die Werbung und Außendarstellung mit tätig werden und eigenständig Aufgaben übernehmen. Gleichzeitig wird die Stabsstelle bei der Planung und der Auftragsvergabe der zusätzlichen Inhalte/ Maßnahmen eingebunden und soll das Bindeglied zwischen der Lutherstadt Eisleben und dem Eigenbetrieb Märkte sein.

 Traditionell organisiert die Stabsstelle die Eröffnung und den Festumzug zum Eisleber Wiesenmarkt vom Marktplatz zum Wiesengelände.
Darüber hinaus ist beabsichtigt und geplant:
 Mit Eislebern und Schaustellern Videos / Interviews zu erstellen und auf den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen und eventuell in einer Ausstellung mit zu präsentieren.
 Zusätzliche Werbemaßnahmen, bei denen die Bevölkerung der Lutherstadt Eisleben einbezogen wird.
 Die Stabsstelle wird ab dem Zeitpunkt des Beginns der Werbemaßnahmen und Veröffentlichungen alles dokumentieren und nach dem Jubiläum entscheiden, ob eine Drucksache aufgelegt wird.
 Im Stadtgebiet werden zwei Themen-Fußgängerinseln entstehen (am Plan und in der Freistraße, nach Aufruf).
 Ein Wiesen-Puzzle mit 2x oder 3x 500 Teilen wird mit einer limitierten Auflage von 500 Stück entstehen (Verkauf).
 Mit dem MZZ-Briefdienst wird eine Briefmarke kreiert, Motiv des Puzzles (Verkauf).
 Der Penni-Pressautomat wird aktualisiert – 5-Cent-Stück (Verkauf).
 Gestaltung einer Graffiti-Wand zum Thema „500 Jahre Eisleber Wiesenmarkt“.
 Lesezeichen aus Kupfer mit dem Logo „500 Jahre Wiese“.
 Ein „Wiesen-Taler“ wird hergestellt. Dieser gilt gleichzeitig als offizielles Zahlungsmittel in der Lutherstadt Eisleben vom 17.- 20. September 2021 und hat einen Wert von 10 Euro. Dieser Taler wird auf 500 Stück limitiert (Verkauf). Auf dem Avers (Vorder-, Bildseite) findet sich eine historische Abbildung des Mansfeld-Talers aus dem Jahre 1521 und auf dem Revers (Rück-, Wertseite) eine Abbildung mit dem Wert und einer symbolhaften Darstellung eines Volksfestes mit Jubiläumsangabe in der Umschrift.
 Gemeinsam mit den Tourist-Informationen Eisleben und Mansfeld werden Führungen organisiert. Die Führungen beginnen in einem gesonderten Bus/ Tschu-Tschu-Bahn am P+R, der Stadtführer oder historische Persönlichkeit erzählt über die Geschichte der Wiese. Er geht gemeinsam mit den Gästen über den Festplatz bis zum Markt (sicher am Samstag logistisch eine Herausforderung). Die Führungen müssten vorher beworben und gebucht werden. Die Busse/ Bahnen fahren nur zu gebuchten Zeiten. Endstation ist der Eingang Karl-Fischer-Straße. Dort beginnt die Führung. Angebot: Wiesenbummel mit oder ohne anschließende Stadtführung.
 Eine Ausstellung über den Eisleber Wiesenmarkt.

Natürlich werden auch wieder die bewährten Werbemaßnahmen für den Wiesenmarkt, wie Plakatierung, Großflächen, Werbespots, Pins, Aufkleber, Merchandising, Pressemitteilungen, Homepage, Facebook und Instagram publikumswirksam umgesetzt.

Es werden keine Konzertbühnen bespielt, die namhafte Gruppen, Bands oder Stars bucht. Wir bleiben dem seit Jahren bewährten Konzept zum Eisleber Wiesenmarkt treu, stehen weiter zu unseren „Wurzeln“ als Veranstalter des größten Volksfestes in Mitteldeutschland und agieren nicht als Konzertveranstalter!

Das Jubiläum soll als ein großartiges und bürgernahes „Jubiläums-Fest“ in den Köpfen der Besucher bleiben. Dazu werden wie erwähnt zusätzliche Inhalte und Maßnahmen notwendig sein. Diese müssen beauftragt, engagiert und letztendlich finanziert werden. Aus diesem Grund haben wir im Wirtschaftsplan zusätzliche Mittel als Beteiligungsfinanzierung der Lutherstadt Eisleben geplant (ähnlich wie beim Lutherjubiläum zum Sachsen-Anhalt-Tag). Aktuell war aber die Lutherstadt Eisleben gezwungen, aufgrund der Haushaltskonsolidierung, ihren Anteil zu streichen, so dass wir uns nun überlegen müssen, ob dies anderweitig kompensiert werden kann oder Teile auch gestrichen werden müssen.

Grundsätzlich ist aber dieses Konzept als dynamisches Konzept zu betrachten, das je nach Situation verändert oder angepasst werden kann.

Michalski
Betriebsleiter

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