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Zahlen, Daten & Geschichte

Eindr√ľcke Gestern und Heute

Daten/Fakten

Die Veranstaltung selbst hat einen¬†Fl√§chenbedarf von 80.000 m¬≤¬†und erstreckt sich vom Stadtzentrum am Plan √ľber die Lindenallee (H√§ndlerstra√üe) bis zum Wiesengel√§nde (Schausteller). Bei der Bebauung dieser Fl√§che entsteht eine Vergn√ľgungsmeile mit einer Gesamtl√§nge von¬†4 Kilometern!¬†

Die zugelassenen Geschäfte setzen sich folgendermaßen zusammen:

Strukturdaten

  • 22 Fahrgesch√§fte
  • 13 Kinderfahrgesch√§fte
  • 9 Belustigungs- und Simulationsanlagen
  • 1 Showgesch√§ft
  • 1 Kaspertheater
  • 5 Verlosungen
  • 9 Schie√ühallen
  • 23 Geschicklichkeitsspiele
  • 10 Automatenspielgesch√§fte
  • 47 Spezialverkaufsgesch√§fte
  • 15 Gemischte Gastronomiegesch√§fte (Imbiss- und Ausschank)
  • 47 Imbissgesch√§fte (Spezial)
  • 8 Ausschankgesch√§fte (Spezial)
  • 1 Festzelt
  • 7 bewegliche Verkaufsgesch√§fte
  • 109 H√§ndlerst√§nde, mit Waren aller Art
  • 29 Jahrmarkt anno dazumal

Über die Veranstaltungsfläche hinaus werden weitere 35.000 m² an Fläche benötigt, um Wohnwagen, Packwagen, Zugmaschinen und Pkw der angereisten Schausteller und Händler unterzubringen.

Nochmals 80.000 m¬≤ am Veranstaltungsgel√§nde und 25.000 m¬≤ im Gewerbegebiet an Fl√§che werden vorgehalten und bewirtschaftet f√ľr zus√§tzlich rund 5.000 Pkw-Stellfl√§chen!

Somit beträgt der Gesamtflächenbedarf des Eisleber Wiesenmarktes 220.000 m²!

Impressionen Wiesenmarkt

Geschichte

Sehr bewegt und kunterbunt ist die Geschichte des Eisleber Wiesenmarktes, genauso kunterbunt wie das Leben und Treiben zu jeder Wiese selbst. Der Geburtstag, die Ursachen und Umstände seiner Geburt lassen sich heute nicht mehr einwandfrei feststellen. Aber es hat sich um das Marktwesen in Eisleben seit jeher schon immer vieles gedreht.

Die erste Urkunde vom Jahre 944 redet bereits davon, dass um diese Zeit die Stadt das Markt- und Zollrecht besa√ü. Die erste Erw√§hnung von gr√∂√üeren M√§rkten in der Stadtchronik berichtet von einer Verlegung von zwei Jahrm√§rkten, und zwar des “jarmarkt Cantate” auf den “Sonntag nach Viti” (St. Veit, der 15. Juni), und des “jarmarkt Lamperti” auf den “Sonntag nach Gall”, also vom 17. September auf den Sonntag nach St. Gallen(16. Oktober). Am 20. September anno 1515 hatten die Grafen von Mansfeld vom Kaiser Maximilian zu Innsbruck die Bewilligung zur Verlegung dieser Jahrm√§rkte erhalten. 1521 erteilte Kaiser Karl den Mansfeldern auf dem Reichstage zu Worms die Privilegien zur Abhaltung eines Ochsenmarktes, welcher allj√§hrlich am St. Egidiustage (1. Sept.) in Eisleben abgehalten werden sollte. Der Gallenmarkt als der √§lteste der Eisleber M√§rkte √ľberhaupt, ist inzwischen der Zeit zum Opfer gefallen. Aber in dem erw√§hnten Ochsenmarkt wird man wohl den Anfang des Wiesenmarktes suchen m√ľssen.
In der “Mansfeldischen Chronica” berichtet Cyriakus Spangenberg: “Anno 1522 Freitag Valentini haben alle Grafen diesen Ochsen- und Viehmarkt √∂ffentlich ausgeschrieben mit der Vertr√∂stung, dass alle, die diesen Markt besuchen, Viehe dahin bringen, verkaufen oder kaufen w√ľrden, ein Jahr lang mit ihrem Viehe, Habe und G√ľtern frei sein, keinen Zoll, Geleite-, St√§dte- noch Marktgeld zu zahlen verpflichtet sein sollten.”

Jedoch mit dieser Ausschreibung und dem kaiserlichen Privileg allein war es noch nicht getan. Den Leipzigern passte die Einrichtung neuer M√§rkte gar nicht in den Kram. Sie erhoben bei ihrem Kurf√ľrsten, dessen Bruder und Vettern Beschwerde und pochten auf ihre Privilegien ” … und dass in 15 s√§chsischen Meilen (1 Meile – 7.419 m) Umkreis von ihrer Stadt kein neuerJahrmarkt aufgerichtet werden d√ľrfte. Diese w√§ren ihren eigenen M√§rkten nachteilig und zerst√∂rlich.” Zu guter Letzt verbot auch der Herzog Georg von Sachsen seinen Untertanen, den Ochsenmarkt zu Eisleben bei h√∂chster Strafe zu besuchen. Trotz des kurs√§chsischen Verbots und vielleicht deshalb entwickelte sich der Ochsenmarkt in einem Ausma√ü, das ihn bald zu einem f√ľhrenden Jahrmarkt und Volksfest der damaligen Zeit werden lie√ü. Aus der Geschichte dieser traditionsreichen Veranstaltung wurde uns im Kapitel 20 der Chronik von Eusebius Francke bekannt:

“… Zur Erg√∂tzlichkeit der B√ľrgerschaft ist ab 1521 eine Vogelstange auf der Viehweide¬†aufgerichtet worden und hat man Sonntag Bartholomai (24. August) zum allerersten mahl den Vogel abgeschossen.”

Wie die Aufzeichnungen Franckes weiter erkennen lassen, hat das Vogelschie√üen seit seiner ersten Abhaltung weiterhin regelm√§√üig allj√§hrlich stattgefunden. So kamen z.B. 1528 und in den folgenden Jahren Sch√ľtzen aus zw√∂lf benachbarten St√§dten nach Eisleben. Sp√§ter kam zum Vogel- auch das Scheibenschie√üen. 1801 wurde eine Trennung der beiden Wettbewerbe beschlossen und das Vogelschie√üen auf den Donnerstag der Wiesenmarktswoche festgesetzt.

In den Jahren der DDR stagnierte die Entwicklung des Wiesenmarktes, weil vieles anattraktiven Gesch√§ften wegfiel. Maximal dem damaligen Staatszirkus war es vorbehalten, ab und an einen ‚ÄěTwister‚Äú oder einen ‚ÄěBabyflug‚Äú aus Frankreich kaufen zu d√ľrfen, um damit die Volksfestpl√§tze zu bereichern. Nat√ľrlich hegten und pflegten die Schausteller ihre immer √§lter werdenden Gesch√§fte mit gro√üem Aufwand und so manchen Tricks. Trotz alledem war auch zu DDR-Zeiten die Nachfrage zur Teilnahme am Eisleber Wiesenmarkt weitaus gr√∂√üer, als Beschicker ber√ľcksichtigt werden konnten. Dieser gesunde Konkurrenzkampf, der vielen anderen Bereichen der ehemaligen DDR fehlte, trug dazu bei, dass der “Eisleber Wiesenmarkt” zu keiner Zeit seine Attraktivit√§t verlor.

Nat√ľrlich brachte die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten eine wahreAttraktivit√§tsexplosion mit sich. An neuen Gesch√§ften fehlt mittlerweile so gut wie nichts mehr – und nicht selten bezeichnet man den Eisleber Wiesenmarkt als das “Oktoberfest des Ostens”.

Nach dieser bewegenden und langen Geschichte¬†wurde in den 1990-er Jahren etwas geschaffen, was mit Sicherheit auch seinen Platz in dieser Geschichtsschreibung finden wird.¬†Das gesamte Gel√§nde wurde vollkommen saniert, Stra√üen angelegt, Wasserleitungen und Abwasserrohre verlegt sowie das Energienetz ausgebaut. Ab diesem Zeitpunkt haben wir hier einen der modernsten Volksfestpl√§tze, der Grundstein daf√ľr war, dass der Eisleber Wiesenmarkt – sowohl in Qualit√§t und Quantit√§t, wieder zum gr√∂√üten Volksfest in Mitteldeutschland wurde.

Impressionen Wiesenmarkt

Eisleber Wiesenmarkt 1939
Eisleber Wiesenmarkt Heute